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Sonntag, 16. November 2014

Helga König: Gedanken über den Lyriker Lothar Thiel

Einer meiner Facebookfreunde ist der Lyriker Lothar Thiel. Vor einigen Monaten schickte er mir aus Bilbao, - dort lebt er-, den schönen Gedichtband "zuletzt spricht der Fasan", in dem ich stets aufs Neue gerne lese und immer ein wenig amüsiert bin. 

Ich schätze Sätze wie etwa "ludger lebt nur noch von lauch" nicht nur weil sie erdverbunden, sondern hauptsächlich, weil sie witzig, teilweise grotesk und in bestimmten Kreisen zeitgemäß sind,  mich zudem neugierig darauf machen, was dann  inhaltlich folgt. 

Natürlich werde ich hier  in der Rubrik "Gedanken zur Ethik und Kultur" nicht Lothars Gedichtband rezensieren, denn für Gedichtbandrezensionen gibt es ja bekanntermaßen eine spezielle Seite auf "Buch, Kultur und Lifestyle".

Zu Lothars Gedichten eine Rezension zu schreiben, erfordert viel Zeit, wenn man ihnen gerecht werden möchte. Die Zeit habe ich mir genommen, um die Texte auf mich wirken lassen. Dieser Tage dann ist es so weit. Endlich mal wieder  eine Neuentdeckung in Sachen Lyrik!

Heute geht es mir zunächst darum, auf das kulturelle Engagement des Lyrikers hinzuweisen, der die Website http://www.lothar-thiel.de/ betreibt und dazu auf Facebook eine Likeseite für seinen Gedichtband "zuletzt spricht der fasan". 

Lyriker haben stets einen besonderen Zugang zur Kultur, bei ihnen verbindet sich Sprachgefühl mit Fantasie. Der subtile Blick auf alles, was ein Dichter wahrnimmt, lässt selbst Alltägliches in einem speziellen Licht erscheinen. Sobald er dieses Alltägliche in lyrische Worte transformiert, macht er sogar das scheinbar Profane zum Bestandteil unserer Kultur. 

So ist das auch mit den "dicken, gelben Birnen", die schon für von Fontane lyrisch verlockend waren, doch ihn nicht zu einem sachlich-melancholisch und zugleich schwerelosen Liebesgedicht motivierten, sondern bekanntermaßen zu einer Ode an einen kinderlieben, alten Gutsbesitzer.

Lothar Thiels "Herbstliches Missgeschick" verrät sehr viel über seinen Humor, aber auch über seine Melancholie, über sein Kulturverständnis, in dem auch das Geben eine Rolle spielt und über seine Liebe zur Natur. 

Hochgebildet, will Lothar nie das letzte Wort haben, überlässt es aber auch keiner Frau, denn er weiß, "zuletzt spricht der Fasan". Dieses Wissen sollten sich alle zu Eigen machen, die jenseits von Rechthaberei  miteinander kommunizieren möchten.

Rousseau wäre von Lothars Naturliebe begeistert gewesen und alle, die Pegasus mögen, sind es der poetischen Satzkonstruktionen wegen auch. 

Helga König

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