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Sonntag, 16. August 2015

Helga König: Gedanken zur Sentenz: "In den Beziehungen zwischen Menschen gibt es so wenig einen Stillstand wie im Leben des Einzelnen." - #Arthur_Schnitzler

"In den Beziehungen zwischen Menschen gibt es so wenig einen Stillstand wie im Leben des Einzelnen." - Arthur Schnitzler 

Dieses Zitat habe ich heute Morgen auf Twitter verlinkt, weil es an eine Kernwahrheit erinnert, die leider nicht alle wahrhaben möchten: Alles unterliegt der Veränderung, nichts bleibt wie es ist. 

In Beziehungen zu anderen Menschen ist dies oft ein Glücksfall, doch mitunter auch äußerst schmerzhaft, weil Veränderung nicht selten Trennung, d.h. Abschiednehmen bedeutet. 

Wenn der Sinn unseres Lebens die Entwicklung unserer Persönlichkeit ist und man aus diesem Grunde viele Lernprozesse durchläuft, lassen sich Beziehungen zu jenen, die sich gegen gemeinsame Lernprozesse stemmen, nicht aufrechterhalten. 

Wer sich solch sperriger Beziehungen nicht entreißt, wird zumeist krank, verkümmert seelisch oder geistig und stirbt nicht selten lange vor seiner Zeit. 

Beziehungen im Beruf, aber auch privat sind fast immer zielgerichtet. Verliert eine Beziehung ihr gemeinsames Ziel und findet kein neues, zerbricht sie. Hier unterscheiden sich nach meiner Beobachtung Einzelbeziehungen kaum von Gruppenbeziehungen. 

Beziehungen im vermeintlichen Stillstand erkennt man an der Langeweile, die sie in uns, wenn wir sie betrachten, auslösen. Nichts sprüht, nichts ist bunt, Wüste soweit das Auge reicht. Kein erkennbares Ziel. Mangel. 

Oft ist es die Angst, die dazu führt, dass im Rahmen der Beziehungen keine erkennbaren Veränderungen stattfinden und krampfhaft gehalten wird, was nicht zu halten ist. Sinnlose Energieströme werden in den vermeintlichen Stillstand geblasen, weil alles so bleiben soll wie es ist, anstelle es seinen natürlichen Gang gehen zu lassen. 

Beziehungen haben nur Sinn, wenn alle Beteiligten aus ihnen "Gewinn" ziehen, wobei die Bereicherung in erster Linie im inneren Wachstum zu sehen ist. 

Beziehungen, die ein solches Wachstum verhindern, sind eindeutig Mangelverbindungen, die in jeder Hinsicht Mangel und Unzufriedenheit hervorbringen, das gilt für geschäftliche wie private Beziehungen gleichermaßen. 

Stillstand in Beziehungen ist im Grunde eine bloße Fiktion, da stimme ich Arthur Schnitzler zu, denn Beziehungen bewegen sich immer, die einen in den Mangel, die anderen in den Reichtum. 

Unsere Aufgabe besteht darin,  Beziehungen zu entwickeln, die die Beteiligten bereichern und Beziehungen zu beenden, die sich als sperrig erweisen, denn solche rauben unnötig Lebensenergie und fördern keinesfalls Ideenreichtum, den man benötigt, um unser Beziehungsleben zu meistern.

Leben ist Beziehung und diese unterliegt der Veränderung. Das sollten wir  uns jeden  Tag bewusst machen. 

Helga König

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