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Montag, 11. Januar 2016

Helga König: Zum Dokumentarspiel "#Der_gute_Göring"-#ARD #Dokumentarspiel

Die #ARD zeigte mit "Der gute Göring" am gestrigen Abend ein #Dokumentarspiel, mit dem bewiesen ist, dass selbst im engsten Umfeld von "Nazi-Größen"  wie Hermann Göring von 1933 an bereits Widerstand gegen dieses Terror-Regime erwachsen konnte und dass wirklich Gerechte wie dessen Bruder Albert durch nichts zu korrumpieren waren.

Sätze wie "Wir konnten nicht anders" werden durch die Zivilcourage von Albert als Worthülsen entlarvt.

Thematisiert wird im Historienspiel das ungleiche Bruderpaar Hermann und Albert Göring. Im Gegensatz zu dem wichtigtuenden #Naziverbrecher #Hermann_Göring war dessen Bruder Albert ein Regimegegner, der rund 1000 Nazi-Verfolgten, zumeist Juden, das Leben rettete und deshalb mehrfach in Gestapo-Haft landete. 

Ob sein Nachname ihn dauerhaft zu schützen vermochte, war für Albert immer ungewiss. Der morphiumsüchtige Hermann war allein schon seiner Sucht wegen unberechenbar. Albert konnte mit dessen brüderlichem Beistand nicht unbedingt rechnen. Er ging das Risiko dennoch ein, weil er ein edler Mensch war. 

Der Nazikritiker Albert Göring, ein studierter Maschinenbauingenieur und Geschäftsmann nahm aus Protest gegen das Terrorregime nach 1933 die österreichische Staatsbürgerschaft an und solidarisierte sich nach 1938 mit jüdischen Mitbürgern. So wird im Dokumentarspiel  erwähnt, dass er mit diesen gemeinsam in Wien die Straße schrubbte, ein Tun, bei dem die Nazis Juden misshandelten und demütigten. 

Albert Göring befreite u.a. seinen von den Nazis inhaftierten  jüdischen Chef #Oskar_Pilzer, den Inhaber der Tobis-Sascha Filmindustrie AG aus den Klauen des braunen Packs. Darüber berichtet Pilzners hochbetagter Sohn in der  Dokumentation ausführlich. Des Weiteren unterstützte Albert den tschechischen Widerstand und fälschte immer wieder die Unterschrift seines Bruders, um Menschen zu retten. 

Im Dokumentarspiel werden in den subtil angelegten Dialogen der beiden Brüder Göring deren Gegensätze deutlich. Hier trifft  das Gute auf das Böse, das sich am Beispiel von Hermann Göring in seiner ganzen Verderbtheit präsentiert. 

Obschon Albert Göring so viele Menschen vor dem Tode rettete, wurde ihm sein Nachname zum Verhängnis. Er wurde bei den Nürnberger Prozessen verhört. Man wollte nicht glauben, dass er mit dem Nazi-Terror nichts zu tun hatte.  Albert wurde zwar nicht verurteilt,  aber blieb weiterhin in Haft und wurde an die Tschechoslowakei ausgeliefert. Dort wollte man ihm wegen möglicher Kriegsverbrechen den Prozess machen. Er wurde gefoltert. Erst 1947 sprach man ihn frei, nachdem Zeugen, denen er geholfen hatte,  für ihn aussagten. 

Ähnlich wie Oskar Schindler starb auch Albert Göring sehr verarmt. Ursache seines Todes im Jahre 1966 war Bauchspeicheldrüsenkrebs, der immer zu einem besonders qualvollen Tod führt. 

Das Leben ist nicht fair. 

Eine sehr gutes Dokumentarspiel, mit dem Albert Göring  die Ehre erwiesen wurde, die ihm zweifelsohne zusteht. Natürlich fragt man sich, weshalb man dessen Zivilcourage-Handlungen hierzulande so lange unter den Teppich gekehrt hat.  Sicher  hat die Nazi-Mischpoke und ihre Mitläufer nach dem Krieg dafür gesorgt, dass  an seinem Beispiel nicht gezeigt werden konnte, was in ihrem Terrorstaat auch möglich war: Ein edler Mensch zu bleiben, hilfreich und gut.

Die Schauspieler #Barnaby_Metschurat (Albert Göring) und #Francis_Fulton_Smith (Hermann Göring) haben die Charaktere der beiden Brüder exzellent dargestellt. Dabei waren die Dialoge brillant und  in vieler Hinsicht berührend. 

Helga König

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