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Sonntag, 17. Februar 2019

Sonntagskolumne: Helga König, 17.2. 2019

#Abgrenzung hat, je intensiver sie vollzogen wird, #Isolation zur Folge. Ihr Gegenstück ist #Distanzlosigkeit. Nicht selten fällt auf, dass Menschen, die sich extrem abzugrenzen suchen, geradezu unverschämt mit anderen umgehen und die Distanz, die sie von anderen einfordern, diesen gegenüber auf keinen Fall zu wahren bereit sind. 

So werden Mauern und Eiserne Vorhänge unter fadenscheinigen Vorwänden errichtet und bestimmte Wohndistrikte als Festungen gestaltet, zugleich jedoch werden Menschen, ja ganze Völker von solch neurotischen Abgrenzern, sofern sie die Macht dazu haben, in all ihren Handlungen kontrolliert, überwacht und im schlimmsten Fall verfolgt, gefoltert oder gar getötet. 

Kontrollsüchtige Abgrenzer schufen nicht zuletzt in braunen Zeiten den Beruf des Blockwarts und am Eisernen Vorhang den Grenzsoldaten, der selbst auf seine flüchtenden besten Freunde oder Anverwandeten schießen sollte, um sie an ihrer freien Willensentscheidung, ihrer Wege zu gehen, zu hindern. 

Was kontrollsüchtige Abgrenzer demnächst in Übersee entwickeln werden, bleibt abzusehen. Manchmal gibt es ja eine Ausnahme von der Regel. Bleibt zu hoffen, dass es sich hier um eine Ausnahme handelt und man nicht restlos vergisst, dass jede Demokratie der Humanität verpflichtet ist. 

In Gesellschaften, in denen harsche Abgrenzung Programm ist, fällt #Diskriminierung als üble Begleiterscheinung sofort ins Auge. Wo diskriminiert wird, steht bekanntermaßen stets #Unfairness auf der Tagesordnung und ist  #Chancengleichheit niemals ein anstrebenswertes Ziel. 

"Spiel nicht mit den Schmuddelkindern" lautet die Losung abgrenzender Eltern aus höheren Gesellschaftsschichten. Auf diese Weise wird sich bemüht, Durchlässigkeit in der Gesellschaftshierarchie oder gar deren Auflösung zu verhindern und alles dafür zu tun, dass nicht die Fähigkeiten Einzelner, sondern nur der festbetonierte Status der eignen Familien für die individuelle Wohlstandvermehrung von Bedeutung ist. 

Neurotische Abgrenzung hat viel Borniertheit und unglaubliche Arroganz im Rucksack, führt zu Parallelgesellschaften und bei immer krasseren Zuspitzungen zu Revolutionen, Bürgerkriegen, ja sogar zu Weltbränden. Die Belange anderer nicht sehen zu wollen und nur seinem dummen Ego zu frönen, zeugt von einer unterentwickelten Persönlichkeit.

Familien, in denen Abgrenzung die Norm ist, zerbrechen früher oder später ganz ähnlich wie sich neurotisch abgrenzende Gesellschaften. Was nicht gelernt werden kann, ist der vernünftige, spielerische Umgang mit Freiheit, die zwar auch Grenzen kennt, aber stets verhandel- und veränderbare, in denen für Rigidität  absolut kein Platz ist. 

Der aufgeklärte Mensch, weiß wie wichtig für den Fortbestand aller der Austausch von Kulturtechniken, die Vielfalt und die Nachhaltigkeit ist. Wer hier die Schotten dicht macht, hat das Leben an sich nicht begriffen und ist langfristig zum Untergang geweiht. Welcher, vor allem junge Mensch kann das wollen?

Helga König

Sonntag, 10. Februar 2019

Sonntagskolumne Helga König, 10.2.2019

"Unfairness im Umgang mit Mitmenschen ist an der Tagesordnung, es möchte aber niemand auf seine Unfairness angesprochen werden. Gerade deshalb sollten wir das viel öfter tun. #Zivilcourage" (#Thomas_Knorra). 

Als ich ein Kind war, besaßen hierzulande Erziehungsberechtigte noch das #Züchtigungsrecht an den ihnen Anvertrauten. Seit dem  Jahre 2000 gilt die Körperstrafe an Kindern hierzulande gottlob als barbarisches Relikt vergangener Zeiten. Kinder haben jetzt das Recht auf eine #gewaltfreie_Erziehung. Leider scheint sich dies noch immer nicht überall herumgesprochen zu haben.

Dass das Züchtigungsrecht abgeschafft wurde, hängt mit der #Zivilcourage von all jenen Menschen zusammen, die sich öffentlich gegen den unsäglichen Prügelparagraphen gestellt haben. 

Ich selbst war als Vierjährige nur ein paar Tage im Kindergarten und weigerte mich fortan, diesen horriblen Ort nochmals aufzusuchen. Der Grund war eine sehr schmerzhafte Ohrfeige. Eine Kindergartenhelferin in einem evangelischen Kindergarten  schlug auf alle Kinder hemmungslos ein, die sich weigerten, nachmittags zu schlafen, weil sie lieber mit anderen Kindern spielen wollten. Aus heutiger Sicht war dies eine Ungeheuerlichkeit. Ich empfand es damals schon als ungeheuerlich.

Kinder sollten durch Prügel in Angst und Schrecken versetzt werden, damit sie ohne aufzumucken "gehorchten". Was dabei herauskam, waren nicht selten Duckmäuser oder Menschen, die zu lügen anfingen und denen später kein Mensch mehr trauen konnte. 

Dass die Kindergartenhelferin einen nationalsozialistischen Hintergrund hatte, erfuhr ich erst viele Jahre später. Gewundert habe ich mich darüber nicht.

Auch in der Grundschule erlebte ich nochmals eine Gewaltattacke seitens einer Lehrerin (vormals Mitglied der NSDAP, wie ich vor kurzem erst erfuhr). Sie schlug auf meine Tischnachbarin und mich ein, weil wir miteinander leise sprachen- aus Langeweile übrigens, da wir mit unseren Übungen schon längst fertig waren. Das war im 2. Schuljahr. 

Ich wurde Zeugin wie meine einst beste Freundin (damals 5 Jahre alt) von ihrer Mutter (ebenfalls mit Nazihintergrund) mit einem Handbesen verprügelt wurde, weil sie das Frühstücksgeschirr auf ihr Geheiß nicht gespült hatte, sondern wir stattdessen mit den Legosteinchen Häuser bauten. Natürlich erzählte ich, was ich erlebt hatte, völlig aufgelöst meinen Eltern. Ergebnis: Ich durfte wochenlang die Freundin nicht mehr besuchen, weil mein Vater nicht wollte, dass ich weitere Szenen dieser Art mit an sah. 

Keiner konnte etwas gegen diese Gewalttätigen ausrichten, denn prügeln galt - wie schon erwähnt-    gesetzlich als erlaubt. 

Interessanterweise hatte das verprügelte Mädchen die Prügelarien vergessen als ich sie einige Jahrzehnte später, kurz vor ihrem frühen Ableben, nochmals traf. Dieses Phänomen fiel mir auch bei anderen schwer Gezüchtigten auf. Sie hatten erstaunlicherweise alles vollkommen verdrängt, sich also damit nicht auseinandergesetzt. Allerdings hatten die einen noch als Erwachsene im fortgeschrittenen Alter Stimmen wie Kinder oder eine kindliche Schrift, die anderen starben extrem jung, oft depressiv und besonders schwer Gezüchtigte wurden zu krassen Lügnern und Betrügern, zu Menschen also, die andere nicht wert zu schätzen wussten. 

Jungs wurden von ihren Vätern, speziell jenen Vätern, die in Russland zuvor als Soldaten die Zivilbevölkerung abgeschlachtet hatten, brutal misshandelt, weil diese Männer durch den Krieg restlos verroht waren. Im Grunde war nahezu ganz Deutschland brutalisiert. Eine veränderte Geisteshaltung trat erst Ende 1960er Jahre allmählich ein. Meine Skepsis  gegenüber zwei vorangegangenen Generationen in Deutschland ist von daher bis heute geblieben.

Während meiner Studienzeit unterrichtete ich oft Nachhilfeschüler, die noch Ende der 1970er Jahren  mit Idiotenlehrern zu tun hatten, für die Pädagogik ein Fremdwort war. Noch immer wurden Kinder auf die Eselsbank gesetzt, wenn sie nicht "spurten", noch immer wagten sich nur wenige Eltern gegen solche Lehrkräfte  aufzustehen.

Weshalb ich davon spreche? Weil Zivilcourage nicht von Ungefähr kommt. Sie setzt eine Kindheit und Jugend voraus, in der der Mensch sich frei entwickeln kann, in der er lernt, Gut und Böse zu unterscheiden. Sie setzt einen emanzipierten Menschen voraus, der die sogenannte Obrigkeit und ihr Tun hinterfragt und vor allem mutig ist.

Wie soll ein Kind Fairness und Zivilcourage erlernen, wenn mit ihm immerfort unfair umgegangen wird, kein Erwachsener ihm beisteht und in seinem Beisein keiner unfair Handelnde zur Rede stellt? 

Zu hinterfragen, ob ein eigenes Tun fair und damit gerecht ist, setzt Selbstkritik voraus. Je narzisstischer der #Zeitgeist ist, umso weniger ist diese Selbstkritik allerdings zu erwarten. 

Wir leben erneut in einer sehr empathielosen Zeit. Der faire Umgang mit Kindern und alten Menschen lässt mehr als zu wünschen übrig. Heute geht es nicht mehr um Schläge, sondern um emotionale Verwahrlosung aufgrund von extremer Ichsucht. Kein guter Zeitgeist, denn er ist der Nährboden für die Rechtsradikalen. 

Helga König

Sonntag, 3. Februar 2019

Sonntagskolumne: Helga König, 3.2.2019

"Alles, was dir begegnen wird, ist leider nicht zu vermeiden."  #Søren_Kierkegaard 

Diese Sentenz twitterte heute Vormittag der Autor #Raimund_Schöll, mit dem ich auf "Buch, Kultur und Lifestyle" bereits zwei Interviews realisieren konnte. 

Mit dem dänischen Philosophen #Søren_Kierkegaard habe ich mich bislang noch nicht befasst und beziehe mich insofern bei meinen Überlegungen nicht auf dessen gedanklichen Hintergrund, sondern lasse das Zitat, das mir begegnet ist und dessen Lektüre nicht vermeidbar war, als ich mich dazu entschieden hatte, eine Zeit lang die sonntäglichen Tweets meiner Follower zu lesen, seitdem auf mich wirken. 

"Alles, was dir begegnen wird, ist leider nicht zu vermeiden." 

H`m? 

Zumindest dann nicht mehr, wenn man eine Entscheidung getroffen hat und in der Folge einen bestimmten Weg einschlägt, fiel mir spontan dazu ein. Entscheidungen sind zwar widerruf- oder veränderbar, doch was bleibt, ist das dann Unvermeidbare auf dem Weg, das wir nicht kennen und das dazu noch zufallsabhängig ist. 

Dieses Unvermeidbare ist der Preis, den jeder, der einen bestimmten Weg geht, zu zahlen hat. Es ist das Risiko mit dem wir leben müssen, dem wir uns nicht entziehen können.

Alles, was uns begegnet, hat einen ganz konkreten Einfluss auf unser Denken, Fühlen und auf unsere Entwicklung, lässt uns im Idealfall bewusster, doch keineswegs immer glücklicher werden. 

Wie geht man mit Unvermeidbarem um? 

Man stellt sich ihm sinnvollerweise, beobachtet es, sofern man genügend Zeit hat und fragt sich, ob man zulassen will, das es etwas mit uns macht oder wir etwas mit ihm tun möchten. Sobald wir entschieden haben, geschieht etwas mit uns. 

Bei Gedanken, die uns begegnen, wie im Falle des Kierkegaard-Zitates, können wir beispielsweise darüber nachsinnen und uns unter Umständen mit dem Zitateschreiber und seinem Werk näher befassen, was möglicherweise zu einem neuen Interessensgebiet führen kann. 

Begegnen uns Menschen auf einem Weg, zu dem wir uns entschieden haben, können es hilfsbereite Menschen sein, die uns den Weg erleichtern, zurückhaltende, die uns weder nützen noch schaden aber es ist auch möglich, dass wenig wohlwollende Personen uns Steine in den Weg legen oder gar mit Steinen nach uns werfen, weil wir ihnen im Weg stehen oder weil sie aus reiner Boshaftigkeit abgründig handeln.  In letzterem Fall neigt man dazu, seine Entscheidung zu bereuen, möchte sie rückgängig machen, weil sie Leid für uns bedeutet. Rückschritte allerdings machen uns selten erkenntnisreicher, sondern führen zu noch mehr Leid.  

Fragen sollte man sich deshalb, weshalb uns all die höchst unterschiedlichen Menschen auf den Wegen, zu denen wir uns im Laufe unseres Lebens entschieden haben, begegnet sind. In erster Linie wohl deshalb, weil sie sich zu den gleichen Wegen wie wir entschieden haben, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven und insofern irgendetwas mit uns gemeinsam haben müssen. 

Vielleicht ist es ein Lernprozess, der uns alle zur Erkenntnis bringen soll, dass paradiesische Zustände hier auf Erden es wohl nicht geben kann, solange nicht alle sich einer gemeinsamen Ethik verpflichtet sehen. 

Helga König 
Interviews mit #Raimund_Schöll:

Sonntag, 27. Januar 2019

Sonntagskolumne: Helga König, 27.1. 2019

"Der #Holocaust war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden. Deutsche und ihre Helfer führten ihn von 1941 bis 1945 systematisch, ab 1942 auch mit industriellen Methoden durch, mit dem Ziel, alle Juden im deutschen Machtbereich zu vernichten. Dieses Menschheitsverbrechen gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und der entsprechenden rassistischen Gesetzgebung des NS-Regimes. In der NS-Ideologie wurde der Völkermord an den Juden seit dem Überfall auf Polen als "Vernichtung lebensunwerten Lebens" gerechtfertigt und mit den NS-Krankenmorden der "Aktion T4" und der Kinder-„Euthanasie“ auf eine Stufe gestellt. Der endgültige Entschluss zur Ermordung aller Juden fiel in engem Zusammenhang mit dem Vernichtungskrieg gegen die UdSSR ab dem Sommer 1941.“* 

Wann haben Sie erstmals von diesem #Völkermord gehört? Im Elternhaus? In der Schule? Durch Freunde, Bekannte in jungen Jahren? Durch Bücher? Durch Fernsehberichte?

Ich hörte erstmals davon durch einen Offizier des 1. Weltkriegs als ich elf oder zwölf Jahre alt war. 

Der redselige alte Mann lebte im Nachbarhaus meiner Herkunftsfamilie und berichtete am Gartenzaun von den Bombenabwürfen in #Dresden. Das Zerbomben dieser und anderer Städte sei kein Racheakt wegen des Massenmords an den Juden gewesen, wie man in Dresden noch immer behaupte, sondern eine militärische Notwendigkeit, um das verblendete deutsche Volk endlich wachzurütteln, das damals dabei war, nicht nur andere, sondern auch sich selbst zu vernichten. Was er sagte, habe ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich verstanden, es mir aber sehr wohl gemerkt. 

Mein Vorfahren waren Vertriebene aus Ostpreußen und Böhmen. Ihr Leid war ähnlich wie das Leid der Ausgebombten eine Folge der Machenschaften Hitlers und seiner willigen Helfer. Es war lange Jahre ein Tabu über dieses Leid zu sprechen, offenbar weil die Albträume dann in den Nächten den Schlaf raubten.

Mein Großvater mütterlicherseits war Sozialdemokrat seit 1923, gottlob kein williger Helfer. Mein Großvater väterlicherseits war an den Folgen einer Kriegsverletzung aus dem 1. Weltkrieg vor 1939 bereits gestorben und konnte sich nicht mehr schuldig machen. Meine Eltern waren zu jung, um sich an Kriegsverbrechen hätten aktiv beteiligen können. Wie sie sich entwickelt hätten, wenn Hitler länger an der Macht gewesen wäre, kann ich nur vermuten. Mein Großvater mütterlicherseits, Vorsitzender von 700 Flüchtlingen und Vertriebenen, gewiss nicht der Lieblingsmensch der alten Nazis  vor Ort, verstarb als ich 5 Jahre alt war. Er konnte mich nicht mehr aufklären. So herrschte lange Zeit Schweigen. Man wollte die Kinder verschonen aus unterschiedlichen Gründen.

Antisemitische Äußerungen habe ich in meinem Elternhaus nicht gehört. Dass es eine jüdische Synagoge an dem Ort, wo ich aufwuchs, einst gegeben hatte, erfuhr ich erst viele Jahre später durch die jüngere Schwester meiner Mutter, die sich mit dem Thema befasst hatte. Seit der Stolperstein-Initiative ist mir mittlerweile bekannt, dass die dort ansässigen jüdischen Familien 1938 deportiert und in Konzentrationslagern ermordet wurden. Jahrelang wurde das von den Einheimischen verschwiegen. Diejenigen, die die Deportation zu verantworten hatten, lebten noch Jahrzehnte unbehelligt und gerierten sich als Biedermänner. 

Schon sehr früh fragte ich mich, warum es keinen nennenswerten Widerstand gegen dieses Unrechtsregime gegeben hat und als ich später meine Abitursarbeit über den Widerstand in der NS-Zeit schrieb, wunderte ich mich, dass es kaum griffbereite Literatur zu diesem Thema in den Buchhandlungen gab. 1968 gehörte auch schon wieder diverse Jahre dem Gestern an. 

Noch immer wurde geschwiegen. 

Seither hat sich zwar viel geändert diesbezüglich, aber es hat nicht zur Aufklärung aller geführt. Noch immer wabert der alte Größenwahn durch nicht wenige Köpfe und noch immer wird nicht von allen begriffen, was sich in Deutschland in der NS- Zeit an Gräuel zugetragen hat, speziell an  unsäglichem Gräuel im Hinblick auf die Juden. 

Auf Youtube hat jeder die Chance, sich zahllose  Dokumentationen über den Holocaust anzuschauen, sich mit dem nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden auseinanderzusetzen. Weshalb tun es nur so wenige? Warum nicht unser ganzes Volk?

In so mancher Familie mit nationalsozialistischem Hintergrund befinden sich noch gestohlene Wertgegenstände, die einst den Juden gehörten, die im KZ ´s qualvoll ermordet wurden und oft wissen die Nachfahren der Diebe ganz genau, was Sache ist. Habsucht wird offenbar genetisch weitergegeben.

Antisemitische Äußerungen hörte ich erstmals  hautnah  bei Tisch einer Familie als ich schon älter als 30 Jahre war.  Seither weiß ich, Schweigen bedeutet der Schlechtigkeit und dem Wiedererstarken der Nazis Vorschub zu leisten. 

Die sozialen Netzwerke geben allen Nazigegnern die Chance aufzuklären und Breitenwirkung zu erzielen. Diese Möglichkeit sollte jeder nutzen. Noch ist  das Zeitfenster offen.

Helga König.
Wikipedia: Holocaust

Sonntag, 20. Januar 2019

Sonntagskolumne, Helga König 20.1.2019

"Wer die Achtung vor sich selbst verliert, ist verloren." (#Ernst_Ferstl)

#Selbstachtung wird vom Duden als Gefühl für die eigene menschliche Würde definiert. 

Wann kommt einem dieses Gefühl abhanden? Verliert man die Selbstachtung nur durch eigene Schuld oder kann man sie auch durch die Schuld anderer verlieren oder durch beides gleichermaßen? 

Prof. Dr. #Martin_Seel schreibt dazu: "Akte der Demütigung können die Integrität eines Menschen ebenso zerstören wie der Mangel an Courage und Nüchernheit. Die Destabilisierung kann sich auch auf schleichende Weise vollziehen: durch ein Nachlassen der Sorge um sich, wie es durch ein Mitläufertum auf Partymeilen, bei politischen Prozessionen oder auf ideologischen Pilgerreisen eintreten kann. Personen, denen diese Sorge gleichgültig geworden ist, haben den inneren Kompass verloren."* 

#Thomas_Knorra postet fast täglich in den sozialen Netzwerken über das Leid gedemütigter Kinder und mahnt die Erziehungsberechtigten an, ihren Schützlingen mehr Wertschätzung entgegenzubringen. 

Haben Menschen durch Demütigungen in frühen Jahren ihre Selbstachtung verloren, sind sie  offenbar zumeist nicht mehr in der Lage, ihre Mitmenschen wirklich zu achten, wenn sie in Sachen Mitgefühl nicht psychologisch nachschult werden. 

Wie sich besagtes Nicht-Achten in sehr aggressiver Form anfühlen kann, kann man täglich in den sozialen Netzwerken erleben und zwar überall dort, wo Rüpel auftreten. Sie kennen offenbar keine Wertschätzung. 

Mangelnde Selbstachtung macht tatsächlich anfällig, zum Mitläufer zu werden und nicht mehr zu hinterfragen, ob man das, was andere tun und was man da eifrig beklatscht, mit unserem Selbst noch vereinbar ist. 

Wer je Shitstorm-Kommentarseiten zu Büchern gelesen hat, kann dort sehr gut nachvollziehen, dass ein Schwarm von Mitläufern nur allzu gerne bereit ist, einen Autor und sein Werk verbal fertig zu machen, ohne beide überhaupt zu kennen. Es genügt, dass ein Vorturner die Losung "Gib´s ihm oder ihr" herausgibt und schon wird brachial auf beide eingedroschen. 

Ein Mensch, der über eine gesunde Selbstachtung verfügt, würde dies nie tun. Es würde ihn anekeln, sich selbst so zu erniedrigen, es nötig zu haben, sich nur dadurch zu gut zu fühlen, dass er anderen Kummer bereitet. 

Ein Mensch mit geringer Selbstachtung hofft hingegen insgeheim, das eigene Selbstwertgefühl würde sich erhöhen, wenn er andere plattbügelt. Doch da irrt er. Das Gegenteil geschieht. 

Die Strategen der Nazis haben nach dem verlorenen 1. Weltkrieg Hunderttausende von Menschen mit sehr beschädigter Selbstachtung um sich geschart, die ohne zu hinterfragen, zu jeder Schandtat bereit waren und denen, weil sie komplett unfähig waren zu trauern oder gar ihre Schuld anzunehmen, nach 1945 nur das Verdrängen und das aberwitzige Aufblasen ihres Egos blieb, um nicht vor Selbstekel Suizid zu begehen. 

Es stimmt: "Wer die Achtung vor sich selbst verliert, ist verloren." 

Zwei Generationen waren es im letzten Jahrhundert allein hierzulande. Das müsste doch eigentlich für die nächsten 1000 Jahre genügen, oder? 

Wer immerfort liebdienert, wer antichambriert, um einen persönlichen Nutzen dadurch zu erzielen, verliert früher oder später ebenfalls seine Würde restlos, auch wenn er dann vielleicht bereits durch die Liebdienerei  in Geld, Amt und Würden schwimmen mag. Auch er ist verloren für alle Zeiten.

Helga König

* Martin Seel  "111 Tugenden-111 Laster"

Samstag, 12. Januar 2019

Sonntagskolumne, Helga König, 13.01.2019

Twittern ist ja gewissermaßen eine "Kulturtechnik". (Raimund Schöll)

Jeder, der sich im Internet aufhält, erlebt früher oder später aktiv oder passiv das rüde Verhalten von Mobbern, Stalkern, Trollen und/oder das Bashing von Personen mittels eines Shitstorms, wo labile User zumeist unter Führung eines Obermobbers ein Opfer verbal zu lynchen suchen.

Die sprachlichen Entgleisungen, die man dann im Sekundentakt nachlesen kann - oft sehr sexistisch formuliert-, die Beleidigungen, Rufschädigungen und auch Drohungen mit körperlicher Gewalt sind alles andere als bloße Kavaliersdelikte. Es sind Fanale für eine Enthemmung der dunklen Seiten schwieriger Charaktere, die sich m.E. letztlich auch in der Gewalt auf unseren Straßen niederschlägt.

All das, was im Internet seitens der Mobber, Trolle und Stalker geschieht, ereignet sich in der Regel unter dem Deckmantel von Nicknamen, weil die Akteure sehr genau wissen, dass sie strafbare Handlungen begehen, mit dem, was sie da treiben.

Sobald ein Gemobbter sich zur Wehr setzt, wird er hämisch als Jammerlappen diffamiert, nicht nur von den Mobbern, sondern oft auch von unbeteiligten Usern, die – speziell, wenn es sich um namhafte Personen der Öffentlichkeit handelt- erwarten, dass diese ohne Selbstempathie über das rüde Verhalten, das ihnen entgegengebracht wird, hinwegschauen.

Zynisch empfohlen wird ihnen dann, die Narzissmus-Anteile der eignen Persönlichkeit näher zu betrachten und an deren Auflösung zu arbeiten, anstelle wegen der Diffamierungen und Beleidigungen zu schmollen oder sich gar zu echauffieren.

Die infamen, täglichen Lügen der Nazis heizen die ohnehin nicht immer friedliche Stimmung im Netz noch mehr auf. Sobald man sich dezidiert gegen die Nazis positioniert, sei es durch bestimmte Kürzel im Profil oder aber durch Tweets, dauert es nicht lange und man hat einen dieser oft sehr geschulten Stänkerer an der Backe, der versucht, so lange zu provozieren, bis man unbedacht oder verärgert etwas sagt, das zu Sperrung des eigenen Accounts führt.

Auf diese Weise haben immer weniger Menschen Mut, offen unter Realnamen ihre Meinung zu sagen oder sich zu einem Bashing –Opfer wie im jüngsten Fall die Journalistin #Nicole_Diekmann zu bekennen. Aber es wird auch schwieriger, öffentlich Überlegungen anzustellen zu einem Video wie jenem, das den Tathergang der Gewalttat an Frank Magnitz zeigt.

Hier geht es um Gewalt auf der Straße, vermutlich politisch unmotiviert, wie sie tagtäglich geschieht und wie sie alle, die von solcher Gewalt hören oder diese auf dem Bildschirm sehen, ratlos zurück lässt.

Wegen dieser Gewalt auf der Straße die Aufrüstung der Polizei zu fordern, ist m. E. der falsche Weg, denn Gegengewalt fordert Renitenz heraus. 

Alles beginnt mit der Sprache und diese muss friedfertiger werden. Unsere Sprache verändert das Denken. Hier gilt es Mut zu zeigen, speziell  im Internet, wenn Sprachvandalen unterwegs sind.

#Raimund_Schöll twitterte heute Vormittag: "Twittern ist ja  gewissermaßen eine Kulturtechnik."

Genau so ist es. Kulturtechniken müssen erlernt werden, schon im Kindergarten, dann hören die Kinderkrankheiten wie "Bashing im Netz" endlich auf und gewiss minimiert sich auf diese Weise auch die Gewalt auf den Straßen.

 Helga König

Sonntag, 6. Januar 2019

Sonntagskolume Helga König, 6.1.2019

Die Hauptrolle in dem 1997 gedrehten Film "Im Angesicht meines Feindes" (Leben im Warschauer Ghetto) spielt #Armin_Müller_Stahl. Er stellt dort einen Rabbi dar, der versucht den zusammengetriebenen Juden im #Warschauer_Ghetto durch seine tiefe Gläubigkeit, Gelassenheit und Ruhe Lebensmut zu schenken, den man aufgrund der Zustände dort leicht verlieren konnte. 

Bilder von grausamster Brutalität und Kälte, Ausdruck von abgründigen Machtexzessen der deutschen Wehrmachtssoldaten sind in diesem Film stets gegenwärtig, doch auch die Angst der Opfer wird dem Zuschauer immer wieder nahe gebracht. 

Jeder Einzelne sollte sich fragen, welche Gefühle bei dem, was er da wahrnimmt, in ihm entstehen? Hass, Wut, Trauer, Verzweiflung, Ohnmacht oder was auch immer sonst? 

Der Gegenspieler des gutherzigen Rabbis ist ein widerlicher SS-Offizier, der Freude daran hat, Menschen zu demütigen, zu terrorisieren, auch zum Tode zu verurteilen und sich nicht scheut, die Tochter des Rabbis zu vergewaltigen, um auf diese Weise Vater und Tochter zu demütigen. 

Für den Rabbi wird es bei allem, was er erlebt, immer schwerer an einen Gott zu glauben, nach dessen Ebenbild wir angeblich geschaffen worden sind, stattdessen beginnt er argwöhnisch zu werden und fragt, ob nicht eventuell Gott nach dem Ebenbild der Menschen geschaffen worden sei. Wie abgründig diese Menschen sein können, erlebt der Rabbi täglich durch Hitlers Soldaten. Warum lässt Gott dies zu? 

Sein Sohn, der die Deutschen allesamt hasst aufgrund seiner Erfahrungen in Treblinka- dort wurde er gefoltert und sah, was man mit den Juden, auch den jüdischen  Kindern dort machte- ist bereit jeden Deutschen, auch deren Kinder zu töten- und zwar aus Vergeltung. Für ihn gilt das Alttestamentarische "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Er bereitet deshalb mit anderen den Aufstand vor, denn er will sich nicht ohne Gegenwehr auf die Schlachtbank führen lassen.Wer kann ihm das verdenken?

Dem Rabbi ist eine solche Haltung fremd. Er fügt sich in sein Schicksal, versucht mit seiner Tochter ein normales Leben zu führen, in dem man auch noch lachen kann, obschon man aufgrund der Umstände und dem, was täglich geschieht, im Grunde nur noch weinen müsste. Kann es ein normales Leben in einem falschen geben? #Adorno hat diese Frage mit Nein beantwortet. Der Film kommt zu keinem anderen Ergebnis. 

Nach der Vergewaltigung seiner Tochter und der Ermordung seines besten Freundes gerät der Rabbi in eine tiefe Depression, ist wie gelähmt und macht am Ende der Filmhandlung deutlich, dass es unmöglich ist, ein friedvoller Mensch zu bleiben, wenn die Umstände dies absolut nicht zulassen, wenn alle Gesetze der Mitmenschlichkeit keine Gültigkeit mehr haben. 

Der Rabbi entscheidet sich in der für ihn im Film  ausweglosesten Situation für die Liebe und damit gegen den Hass, allerdings um den  bitteren Preis, seinen eigenen Sohn  hierfür zu opfern. Die Frage, wie sein Tun ethisch zu bewerten ist, lässt sich nur schwer beantworten, vielleicht auch überhaupt nicht. 

Helga König

Sonntag, 30. Dezember 2018

Sonntagskolumne Helga König, 30.12.2018

Worin kann der Reiz liegen, Böller in die Luft zu schließen, Geld dadurch sinnlos zu verprassen und unnötige Risiken in Kauf zu nehmen?

Im dadurch entstehenden Lärm? Im produzierten Funkeln? In der Lust am Spiel mit dem Feuer? 

T-Online berichtet von einem 23 jährigen Mann aus Hamburg, der 850 kg Böller und Raketen in seiner Wohnung gehortet hat.* 

Was bedeutet das? 

Hat er Minderjährige mit Böllern und Raketen bestücken wollen? Was lässt sich mit 80 kg** Sprengstoff, denn umso viel handelt es sich bei den 850 kg Böllern, anstellen? 

"Mit geschätzten 137 Millionen Euro Silvesterumsatz werden sie in diesem Jahr so viel Geld für Kracher und Knaller ausgeben wie in den beiden Vorjahren – und bleiben damit auf Rekordniveau", schreibt die WELT und im gleichen Artikel liest man weiter: "Mit dem alljährlichen Silvesterfeuerwerk werden in Deutschland innerhalb weniger Stunden rund 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Allein die Partikel, die durch Böller in die Luft gewirbelt werden, entsprechen demnach schon 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge."***

Die riesige Umweltverschmutzung durch die Kracherei, die nicht nur seitens der WELT aufgezeigt wird, gebietet demnach ein rasches Handeln seitens des Gesetzgebers. Dabei können die Infantilität seitens der Jugendlichen und der verantwortungslosen Erwachsenen, die es heftig krachen lassen wollen, vor allem auch die Profitgier der entsprechenden Industrie nicht länger toleriert werden, wenn es die Umwelt und damit Fauna und Flora noch stärker belastet als dies ohnehin durch den täglichen Straßenverkehr geschieht. Das sollte doch jeder begreifen können, oder? 

Politiker sollten deshalb den Lobbyisten kategorisch die Tür weisen und stattdessen ökologisch, tierlieb und mitmenschlich sinnstiftende Maßnahmen in die Wege leiten. Schluss mit der Kracherei!

Man liest von der Angst der Tiere vor den Böllern und den ersten Brandopfern, auch den ersten abgerissenen Fingern, einen Tag vor Silvester. Alles wird hingenommen wie in jedem Jahr.  Die  Knalllust besteht ungebrochen

Einer meine Twitterfollower vermutet, dass die Knallerei für nicht wenige eine Art Kriegsspiel darstellt. Das vermute ich übrigens auch schon seit langer Zeit. Seit in Köln auf der Domplatte mit Feuerwerkskörpern auf Menschen gezielt wurde, hätte man doch endlich diesen Dreck verbieten können. 

Für die Vermutung, dass es sich um ein Kriegsspiel  handelt, spricht, dass weitaus mehr Frauen als Männer sich für ein Verbot von Böllern und Raketen aussprechen. 

Wir haben in dieser Welt genügend Raketenopfer durch Kriege zu beklagen. Wozu noch weitere billigend in Kauf nehmen durch diese hirnlose Silvesterspielerei?  

Allen einen schönen, friedlichen Jahreswechsel ohne diesen unerträglichen Lärm, der an Kriegsgeheul erinnert mit all seinen üblen Folgen. 

 Helga König

*** WELT

Sonntag, 23. Dezember 2018

Sonntagskolumne Helga König, 23.12.2018

"Weihnachten kommt mit Riesenschritten näher. Und damit ein alljährlicher Anstieg häuslicher Gewalt. Ob Sie nun feiern oder nicht, bitte setzen Sie sich jetzt mit angestautem Frust auseinander, statt am Heiligabend zu explodieren und Partnerin und Kinder darunter leiden zu lassen." (#Thomas_Knorra) 

Neben dem Account #Stolpersteine, der eindringlich an Naziopfer erinnert und Bewusstsein im Hinblick auf die Gräuel der Nazis schafft, zeigen auch die Accounts von #Thomas_Knorra in den sozialen Netzwerken, dass Accounts  auf diesem bunten Marktplatz hervorragend für Aufklärung und für Appelle für mehr Mitmenschlichkeit eingesetzt werden können. 

Thomas Knorra schreibt unermüdlich täglich gegen Gewalt im häuslichen Bereich an. Gerade gestern postete er auf seinem Account #Kinderrechte: "Zum Glück ist es für viele Leute unvorstellbar, ihren oder den Kindern anderer wehzutun. Sie sind Stützen unserer Gesellschaft, denn den ihnen anvertrauten Kindern geht es gut. Das Problem ist, wenn die Not anderer Kinder im Schatten bleibt, weil sie so unvorstellbar scheint." 

Die Accounts von Thomas Knorra dokumentieren, dass seine Wahrnehmung keineswegs zur Pauschalverurteilung aller Erwachsenen führt, sondern, dass er stattdessen uns alle sensibilisieren  möchte für die Verhaltensmuster von Personen, die oft verdeckt gewalttätig gegenüber Kindern  agieren. 

Die ZEIT schrieb im Juni 2018, dass die Gewalt gegen Kinder 2017 sogar leicht zugenommen habe und nur ein Teil der Fälle überhaupt bekannt werde. Zehntausende von Kindern werden hierzulande Opfer von Gewalt und Missbrauch. Die größte registrierte Opfergruppe bildeten sexuell missbrauchte Kinder. Die Hälfte der schwer misshandelten Kinder sei unter sechs Jahre alt.* 

Wie ticken Erwachsene, die ihre Aggressionen psychisch oder physisch an Kindern ausleben? Ein Hauptfaktor scheint zu sein, dass es ihnen an genereller Wertschätzung anderen Menschen gegenüber fehlt, dass Egoismus gepaart mit Kälte solche enthemmten Handlungsmuster erst möglich machen. 

Je materieller Menschen ausgerichtet sind, je größer ihre Habsucht ist, umso niedriger ist das Interesse am Wohlbefinden aller, so meine lebenslangen Beobachtungen und das gilt für alle Gesellschaftsschichten. 

Kinder verkümmern emotional, wenn das Denken der Eltern nur um sich selbst und die Befriedigung ihrer eigenen materiellen Wünsche kreist. Dies ist das ganz große Problem in neureichen Familien, die in unseren neoliberalen Zeiten die fatale Geisteshaltung immer mehr auf die Massen zu übertragen drohen. 

Auf diese Weise wird der Nachwuchs seelisch instabil und  rascher psychisch krank wie der Zuwachszahlen psychischer Erkrankungen, speziell auch von Depressionen zeigen. 

Thomas Knorra schreibt auf seinem Account #Kinderrechte "Der Kinderschutz ist nicht nur ein moralisches Gebot, er ist auch eine gesellschaftliche Notwendigkeit. (1/2) Um die globale soziale und ökologische Krise meistern zu können, brauchen wir mehr selbstsichere, verantwortungsbewusste, engagierte, ausdauernde als durch ihre Kindheitstraumata geschwächte, verunsicherte, destruktive oder selbstdestruktive Menschen. (2/2) 

All jene, die sich ignorant zeigen im Hinblick auf körperliche und seelische  Verletzungen bei Kindern, lieber wegschauen als Aggressoren und Hyperegoisten zur Rechenschaft zu ziehen, schaden nicht nur diesen Kindern, die man schutzlos den Abgründen dieser Leute überlässt, sondern auch sich selbst. 

Wie soll ein Mensch verantwortungsbewusst im späteren Leben handeln, wenn er in seiner Kindheit nur Verantwortungslosigkeit gelernt hat und mit Kälte konfrontiert war? Muss man sich wundern, wenn ein solcher Mensch sich im späteren Leben an allen rächt und noch schlimmer wird als der verantwortungslose Vater oder die verantwortungslose Mutter? Wenig nachhaltiges Denken und Handeln kommt nicht von Ungefähr. Die Grundlagen hierzu werden im Elternhaus gelegt.

Die Posts von #Thomas_Knorra und #Kinderrechte zu verlinken, ist mein Weihnachtswunsch an alle. Danke dafür schon im Voraus.

Helga König


Sonntag, 16. Dezember 2018

Sonntagskolumne: Helga König, 16.12 2018

Wenn man einem Menschen trauen kann, erübrigt sich ein Vertrag. Kann man ihm nicht trauen, ist ein Vertrag nutzlos." (Jean Paul Getty) 

Wann kann man einem Menschen trauen? Wenn er ein Bundesverdienstkreuz hat? Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass selbst ein Bundesverdienstkreuz kein Indiz für Vertrauenswürdigkeit ist. 

Drei Kriterien machen aus Menschen unsichere Kandidaten, wenn es um Vertrauenswürdigkeit geht.

1) Selbstsucht

Hochgradig selbstsüchtige Menschen sind rasch dabei, ihre Zusagen nicht einzuhalten, sobald irgendwo ein lukrativerer Vorteil winkt. Sie erfinden Gründe, um sich aus den Zusagen herauszulügen oder beauftragen Winkeladvokaten, die in der Lage und bereit sind, Lücken in Verträgen zu finden, um diese auszuhebeln. Wenn das nicht funktioniert, wird erpresst. Egal nun wie, am Ende ist man der Dumme und darf sich dann noch anhören, nachdem man das Fell über die Ohren gezogen bekam, weil man gutgläubig war: "Du warst eben nicht achtsam genug. Was haben wir alle über Dich gelacht."

Es ist also wichtig, sich genau anzuschauen wie egoistisch sich Personen im Beruf und im Alltagsleben verhalten, bevor man etwas gemeinsam auf den Weg bringen möchte. Genau das sollten Eltern ihren Kindern beibringen, um sie vor viel Leid zu bewahren.  Wurde  einem Menschenkenntnis in der Kindheit nicht gelehrt, wird man erst nach viel Schmerz  und so manch bitterem Verlust klüger.

2) Spielsucht

Notorische Spieler halten sich generell nicht an Zusagen, denn sie wollen auf Teufel komm raus gewinnen. Wer mit ihnen etwas gemeinsam unternimmt, hat schon verloren, noch bevor er etwas Gemeinsames zu unternehmen beginnt. Notorische Spieler sind notorisch unzuverlässig, weil Unzuverlässigkeit ihr Grundmuster ist. Wer dies nicht begreift, wir zu ihrem Spielball.  Hat ein Mensch einer Spielermentalität, lebt er diese in allen Bereichen seines Lebens aus.

3) Hörigkeit

Personen, die einer anderen Person oder gar einer Gruppe gegenüber hörig sind, habe ihre Vertrauenswürdigkeit restlos aufgegeben zugunsten der Hörigkeit. Sie sind, gleichgültig wie groß ihre Reputation einmal war, nur noch Manipulationsobjekt und zu jeder Schandtat bereit, wenn ihr Manipulator sie ihnen abverlangt. 

Kurzum: Man kann Menschen nur dann vertrauen, wenn man sie länger kennt und man sich ihre Vita genau anschaut. Nicht jedem ist die Falschheit anzusehen, besonders Hardcore-Spielern nicht. Einem fremden Menschen, aus einem spontanen Bauchgefühl heraus zu vertrauen, erweist sich mitunter sogar als lebensbedrohlich oder gar als lebenszerstörend.

Es gibt sehr versierte Lügner. Nicht selten sind sie überaus erfolgreich, weil ihnen Regeln einfach egal sind.  Vertrauensbruch macht diesen Personen kein Problem.

Helga König