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Sonntag, 11. Oktober 2026

Sonntagskolumne, Helga König, 11.Oktober 2026

Dörfer im Südried, wie etwa Leeheim, Wolfskehlen, Erfelden, Goddelau und Crumstadt haben alle eine über 1000 Jahre alte Vergangenheit. Lokalpolitiker sollten sich in die Geschichte der einzelnen Dörfer vertiefen, um zu verstehen, weshalb eine Zentralisierung in vielen Bereichen keinen tatsächlichen Mehrwert entstehen lässt. Das Ergebnis sind Bettburgen ohne Leben.

Die durch die Jahrhunderte gewachsene Mentalität bereichert, ist ein Gut an sich. 

Blickt man auf Feste, wie etwa die Kerb, so stellt man fest, dass junge Menschen voller Freude dieses Fest gemeinsam feiern, sich beispielweise als "Wolfskehler Mädchen und Jungs" durch den gemeinsamen Besuch des Kindergartens, der Grundschule, des Tanzunterrichts, des Vereinslebens für alle Zeiten verbunden fühlen, auch wenn der schulische Werdegang wie auch die politische oder religiöse Ausrichtung unterschiedlich sein mögen. 

Die Geschäfte in den Dörfern hielten dem Preisdruck durch die Einkaufsmärkte auf der vormals grünen Wiese nicht stand. Apotheken, Restaurants, Kneipen oder gar Discos verschwanden, nun verwaisen die Kirchen, selbst die Friedhöfe stehen zu Disposition. 

Alle wundern sich. Wie konnte das passieren? 

Maßnahmen der Politik? Warum? Wieso? Es konnte passieren, weil die Politiker von einer zukünftigen Kleinstadt träumten und jetzt noch intensiver träumen, einer Kleinstadt, deren Architekten sie sind, einer Kleinstadt, die das Potential hat, groß und größer zu werden und die die letzten 1000 Jahre problemlos vergessen lässt. 

Die Kirchenlieder, die die Menschen 500 Jahre hindurch sangen, der Dialekt, den sich sprachen, ja letztlich sich selbst und ihre speziellen Eigenheiten, alles wird auf dem Altar der Hoffart einiger weniger geopfert. Keiner wird gefragt. Die Architekten sind beratungsresistent.

Was geht in diesen Ignoranten vor? Nichts Gutes wie mir scheint,



Helga König

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