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Sonntag, 26. Juli 2026

Sonntagskolumne Helga König, 26.7.26

Als ich gestern Abend vom  Sammeln weiterer Unterschriften auf der Petitionsliste gegen die exorbitante Grundsteuererhöhung hier in Riedstadt zurückkam und neugierig die Riedstadtseite auf Facebook öffnete, sah ich eine Karikatur, betitelt mit den Worten "Quetschmann von Riedstadt". Unschwer zu erkennen, um wem es sich handelt. 

Dass das Bild in die Rubrik "Satire" gehört, macht eine entsprechende Kennzeichnung deutlich. 

Von der Satiresendung "Heute Show" im ZDF kennt man zahllose Karikaturen solcher Art von unterschiedlichen Politikern, die eine derartige "Verhunnebieblung" problemlos wegstecken. 

Die Hofberichterstatterin des auf dem Bild gezeigten Herren konnte es nicht und ereiferte sich entlarvend. 

Über Jahre wurde in dem Blatt, für das sie arbeitet, die betreffende Person zu einem Fürsten auf unzähligen Bildern hochstilisiert, die oft größer waren als der Text dazu. Kein Akteur vor ihm wurde so oft visualisiert, möglichst natürlich in Gönnerpose. 

"Der Mann, der mit "Kamelle" um sich wirft…Toll. De Prinz kütt!“ Das war die Assoziation. Es lebe der Kölner Karneval!

Bescheidenheit war nicht im Programm der Gesten, mit denen man konfrontiert wurde, sondern eindeutige Machtallüren, entlehnt aus dem Panoptikum der Renaissance. 

Aufgrund der jüngsten Ereignisse hier in Riedstadt ist ein neues Bild entstanden. Wen wundert es, dass dieses Bild von einem Witzbold in einer Karikatur manifestiert wurde? 

Dass diese Karikatur im Kopf hängen bleibt, steht außer Frage. Wie damit umgegangen wird, hängt vom Humor des Betrachters ab. 

"Politische Satire nutzt Humor, Ironie und Übertreibung, um Machtstrukturen, Entscheidungen der Regierung und gesellschaftliche Zustände zu kritisieren", definiert Google. 

Ein freier Geist kann damit übrigens gelassen umgehen. 

Helga König