Auf meinen Erkundungen durch Wolfskehlen und allen anderen Ortsteilen von Riedstadt, stellte ich fest, dass in den Jahrzehnten als ich hier nicht gelebt habe, offenbar eine extreme Bauwut das Bild der Gemeinden erschreckend verändert hat. Schöne Bauerngärten gibt es kaum noch, größere Gartenflächen wurden zugebaut, aus lebensnotwendigem Ackerland wurde Neubaugebiet und der 1000 Jahre alte Kern von Wolfskehlen wurde fast vollständig versiegelt.
Grünflächen sind aber notwendig für uns Menschen und für die Tiere. Eine, der hier agierenden Parteien will mehr Raum für Kinder, aber möchte zugleich die wenigen unbebauten Flächen, die es noch gibt, zubauen. Ein Widerspruch in sich!
Gibt man den Bienen keine Lebenschance, braucht man keinen Atomkrieg mehr, damit wir alle sterben. Nur Ignoranten wollen das nicht wahrhaben. Schaut man sich die versiegelte Fläche vor dem Goddelauer Rathaus an, dann weiß man wie die herrschenden Politiker hier ticken: Vorgestrig. Ökologisches Denken gibt es nur in Form von fadenscheinigen Lippenbekenntnissen. Enttäuschend!
Die verkorksten Prachtstraßen in Wolfskehlen, (Heinrich- Heine-Str. und Oppenheimer Str.), sind der blutig teure Versuch, aus GRAU GRÜN zu machen. Stein-Kroki-Beete. Was soll das sein? Man wundert sich.
Vor meiner Haustür wurden 20 alte Bäume gefallt, damit eine Bewegungsraum für Kindergartenkinder entstehen konnte. Bewegung unter Bäumen hätte ihren Lungen mehr Sauerstoff zugeführt. Die Grünfläche hätte allen weiterhin gut getan, auch den vielen hochbetagten Menschen, die hier mit ihren Rollatoren ihre Runde drehen..
Ich selbst habe die Mauer um mein Grundstück durch einen Zaun ersetzen lassen, damit alle, die hier wohnen, Freude an dem naturnahen Garten haben.
Eine besondere Freude habe ich, wenn ich an dem tollen Bauerngarten eines Musiklehrers hier in meiner Nähe vorbeigehe. Seine Gartenarbeit kann nicht genug gelobt werden. Vorbildlich! Solche Gärten hoch zu besteuern, scheint mir keine nachhaltige Maßnahme zu sein.
Dass die hohe Grundsteuer viele zwingt, ihre Gärten zuzubauen, zeigt die fehlgeleitete Politik, für die sparen ein Fremdwort ist und die glaubt, die Grundsteuer sei eine Schuldentilgungssteuer.
Ein großes Problem stellt das gewerbliche Sterben in den Zentren der Gemeinden dar. Wer Lebensmittel braucht soll mit dem Auto in die Einkaufmärkte auf vormals grünen Wiesen fahren oder mit dem Bus sich dort hinbegeben, der allerdings an den Wochenenden nicht fährt. Wieso verpflichtet man die Märkte nicht einen Shuttlebus zu stellen? Sie erwirtschaften die Gewinne, also stehen sie auch in der Pflicht. Ein solcher Shuttlebus würde die Gemeinde nichts kosten.
Je mehr Menschen sich hier ansiedeln, umso mehr Schulen und Kindergärten etc. müssen gebaut werden und umso mehr Personal muss von der Gemeinde bezahlt werden. Die Stadt ist hochverschuldet. Also bleibt nur die Grundsteuer, die immer mehr erhöht werden soll. So kann dies nicht weitergehen!
Ach und noch etwas....Stadtbüchereien zu schließen, um Kosten zu sparen, fällt nur denen ein, die nicht wissen wollen, wie wichtig Bücher sind, um seinen Horizont zu erweitern. Bürgerfreundlich sind solche Maßnahmen nicht. Sparen sollte man, dort, wo es sinnstiftend ist. Die Liste ist lang, schafft aber nicht nur Freunde.
Ungebildete, unkritische Bürger sind natürlich das gefundene Fressen für alle, die bei ihrem herrschaftlichen Tun nicht gestört werden wollen, hätte Büchner uns belehrt.
Helga König
